Call for Papers - Empirie und gute Praxis zur Inklusion

13/07/20

Empirie und gute Praxis zur Inklusion im Unterricht der romanischen Sprachen

Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf im Französisch-, Spanisch-, Italienisch-und Portugiesischunterricht

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 sehen sich die Praxis des Unterrichts der romanischen Schulsprachen, die romanistische Lehrer_innenbildung und die Fremdsprachenforschung mit Blick auf die romanischen Sprachen immer mehr mit der Aufgabe konfrontiert, inklusiven Fremdsprachenunterricht des Französischen, Spanischen, Italienischen und Portugiesischen mit Fokus auf ein eng gefasstes Inklusionskonzept (Schülerinnen und Schüler mit besonderen Förderbedarfen) theoretisch zu begründen und praktisch umzusetzen.

Ein Hemmnis stellt hierbei die defizitärenempirische Grundlage dar –von Evidenz ganz zu schweigen –,nauf die etwa eine entsprechende Lehrerbildung in der ersten und zweiten Phase oder auch die Entwicklung von Konzepten für die Unterrichtspraxis anknüpfen und aufbauen könnte. Zwar gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Beiträgen zum Unterricht in romanischen Sprachen für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf in einzelnen romanischen Sprachen, die –zumindest teilweise – von betroffenen Praktikerinnen und Praktikern verfasst sind und insofern als Empirie qua Erfahrungsbericht bzw. als Beiträge guter Praxis gelten dürfen (z.B. Braun 2017, Errens 2017) – methodisch fundierte empirische Studien liegen aber –anders als etwa in der Didaktik des Englischen, wo immerhin erste, wenn auch noch immer tendenziell pilotierende größere empirische Studien (z.B.Springob 2017, Dose 2019) sowie substantielle Sammelbände (z.B. Bartosch / Rohde 2014, Bongartz / Rohde 2015, Roters / Gerlach / Eßer 2018) publiziert wurden– praktisch nicht vor (in Grundzügen z.B. Reimann 2014,weiterhin Engelen 2019 und Siemann 2020 zum Bereich von Legasthenie / LRS, vgl. insgesamt den Forschungsbericht Reimann 2019).

Eine Schwierigkeit besteht sicherlich auch darin, dass nicht allzu viele Lernende mit besonderem Förderbedarf überhaupt romanische Sprachen als zweite, dritte oder spät beginnende Fremdsprachen erlernen. Gerade in diesem Bereich bieten sich, nicht zuletzt aus diesem Grund, auch –durchaus longitudinal denkbare –Einzelfallstudien als Mosaiksteine einer empirischen Grundlegung inklusiven Unterrichts der romanischen Sprachen an. Entsprechende Untersuchungen können sich z.B. auf Befragungen, gerade aber auch Unterrichtsbeobachtungen, die Analyse lernersprachlicher Produktionen oder auch das eigene unterrichtliche Handeln etwa im Sinne der Aktionsforschung oder des Design-Based-Approach beziehen.

Mit diesem Aufruf mit langer Frist (Abgabe der fertigen Manuskripte: 30.06.2023) sollen Fremdsprachenlehrkräfte der romanischen Sprachen, Fremdsprachenforschende, aber auch Master-Studierende sowie Referendarinnen und Referendare ermutigt werden, umfassendere oder auch Einzelfallstudien zu konzipieren, durchzuführen und auszuwerten, um so eine erste empirische Grundlegung inklusiven Unterrichts der romanischen Sprachen etwa 15 Jahre nach Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention zu ermöglichen. Gleichzeitig werden etwa Studierende der Praxissemester, Referendarinnen und Referendare wie auch praktizierende Lehrkräfte aufgerufen, dort, wo wissenschaftliche Untersuchungen nicht möglich sind, ggf. Beispiele guter Praxis vorzustellen, die in einem zweiten Teil der geplanten Veröffentlichung vorgestellt werden sollen.

Die Beiträge sollen in einem Band mit dem o.g. Arbeitstitel 2024 in einem international renommierten Wissenschaftsverlag erscheinen.

Mittelfristig ist je nach Eigenschaft und Arbeitsstand der eingereichten Beitragsvorschläge geplant, die an dem Projekt Teilnehmenden etwa zu Arbeitstreffen während der Konzeptions- und Entstehungsphase der Studien zu einer Arbeitstagung zusammenzuführen, ein abschließendes Symposion zu veranstalten oder auch einen Sektionsvorschlag bei einer wissenschaftlichen Tagung im Anschluss an das Projekt einzureichen.

Rückfragen und Beitragsvorschläge (Arbeitstitel und kurze Skizzen des Vorhabens –gewählte/r Förderschwerpunkt/e, Methode –einschließlich Angaben zum Arbeitsstand sowie zur Sektion, für die der Beitrag konzipiert ist: wissenschaftliche Veröffentlichung / Beispiel guter Praxis genügen, ohne Bibliographie bis zu 300 Wörter) werden bis 30.08.2020 erbeten an:

Prof. Dr. Daniel Reimann: daniel.reimann@uni-due.de
Dr. Regina Schleicher: regina.schleicher@uni-due.de

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